Kathleen Ferrier

Kathleen Ferrier (* 22. April 1912 in Higher Walton, einem Dorf in der Nähe von Preston, Lancashire, England; † 8. Oktober 1953 in London) war eine englische Altistin. Der Schwerpunkt ihres Repertoires lag im Lied- und Oratoriengesang.

Kathleen Ferrier bekam bereits in frühen Jahren neben ihrer Schulausbildung Klavierunterricht. Wegen Geldmangels musste sie allerdings mit vierzehn die Schule verlassen. Ihre Klavierausbildung konnte sie jedoch an der Royal Academy of Music abschließen. Die nächsten vierzehn Jahre arbeitete sie im Telefondienst bei der Post. Nebenbei sang sie in vielen Chören, nahm erfolgreich an verschiedenen Klavierwettbewerben teil, erwarb mit achtzehn Jahren eine Goldmedaille und 1931 das Lehrdiplom.
1935 heiratete sie den Bankdirektor Bert Wilson und zog mit ihm nach Carlisle. Ihre Ehe wurde 1947 geschieden. 1937 nahm Ferrier am Carlisle Festival als Pianistin und als Sängerin teil. Hier gewann sie den ersten Preis als beste Sängerin des Festivals. Es war gleichzeitig der Wendepunkt für ihre musikalische Karriere. Zwei Jahre später wurde ihre erste Rundfunkaufnahme produziert. 1941 sang Ferrier für das Council for the Encouragement of Music and the Arts. Sie tourte quer durch Großbritannien, um während der Kriegsjahre Musik zu den Menschen in Fabriken und Dörfern zu bringen. Der Dirigent Malcolm Sargent sagte ihr eine große Zukunft voraus und empfahl ihr professionellen Unterricht. 1942 ging Kathleen Ferrier mit Hilfe ihrer Schwester nach London, um bei Roy Henderson ihre Stimme weiter zu schulen.
1948 trat Ferrier mit großem Erfolg zum ersten Mal in New York auf. Es folgten Tourneen durch Amerika, Kanada, Holland und Skandinavien. 1951 unterzog sie sich einer Operation, in der ein Tumor in der Brust entfernt wurde. Der Eingriff schien erfolgreich und sie kehrte bald danach in ihr Konzertleben mit vielen Tourneen im In- und Ausland zurück. Mit dem damals hoch gefeierten Dirigenten Bruno Walter verband sie eine tiefe Freundschaft. Durch die Zusammenarbeit mit ihm, die 1947 anlässlich einer gemeinsamen Aufführung von Gustav Mahlers Lied von der Erde auf dem Edinburgh International Festival begann, brachte sie Mahlers Werk einem größeren Publikum zur Kenntnis. Trotz einer weiteren Operation verschlechterte sich ihr gesundheitlicher Zustand immer mehr. 1953 starb sie in ihrem zweiundvierzigsten Lebensjahr an Brustkrebs.
In ihrer kurzen Karriere sang sie unter den berühmtesten Dirigenten ihrer Zeit, darunter John Barbirolli, Eduard van Beinum, Benjamin Britten, Herbert von Karajan, Clemens Krauss oder Malcolm Sargent und oft auch gemeinsam mit Kollegen wie Isobel Baillie oder Peter Pears. Benjamin Britten schrieb seine zweite Oper The Rape of Lucretia für Kathleen Ferrier, die in ihr die Hauptrolle singen sollte. Zu ihrem Repertoire gehörten Lieder von Mahler, Brahms, Schubert und Schumann genauso wie die Oratorien von Händel und Elgar. Trotz seiner Kürze war Kathleen Ferriers Leben nicht tragisch. In den zehn Jahren ihres Ruhms erreichte sie mehr als andere Sänger in ihrem ganzen Leben. Bruno Walter soll gesagt haben, dass seine größten Privilegien in seinem Leben die Bekanntschaft und die Zusammenarbeit mit Kathleen Ferrier und Gustav Mahler waren.
Die ersten Aufnahmen mit Kathleen Ferrier wurden 1944 in London für EMI in den Abbey Road Studios gemacht. Diese Aufnahmen waren als Tests gedacht und nicht für den Verkauf bestimmt. Es sollte weitere 35 Jahre dauern, bis sie als Schallplatte in den Handel kamen. Drei weitere Aufnahmesessions für EMI folgten, unter anderem mit Musik von Händel, Greene, Purcell und Mendelssohn. 1946 wechselte Ferrier zu Decca. Hier entstanden ihre wichtigsten Projekte, wie Pergolesis Stabat mater, Bachs Matthäus-Passion, Glucks Orfeo ed Euridice, sowie eine Auswahl von britischen Liedern. Zu ihren größten Erfolgen gehören die Aufnahmen von Mahlers Symphonie Das Lied von der Erde mit Bruno Walter 1952. Außer ihren Schallplattenaufnahmen sind viele Rundfunkmitschnitte erhalten geblieben. Einige davon wurden Jahre später als Schallplatte herausgebracht.

Qutb-Schāhī-Sultanat

Das Qutb-Schāhī-Sultanat (persisch سلطنت قطب شاهی, DMG salṭanat-i Quṭb Šāhī) war eines der fünf Dekkan-Sultanate, die aus dem indischen Bahmani-Sultanat hervorgingen. Es wurde 1512 gegründet und bestand bis zur Unterwerfung durch das Mogulreich im Jahre 1687. Hauptstadt war zunächst Golkonda, ab 1590 dann Hyderabad.
Das Qutb-Schāhī-Sultanat hatte eine schiitische Ausrichtung. Außerdem siedelten sich ab der Mitte des 16. Jahrhunderts viele Sufis hier an. Die Qutb-Schāhī-Sultane zeigten der überwiegend hinduistischen Bevölkerung gegenüber große Toleranz und förderten Kunst und Literatur, sowohl in der einheimischen Sprache Telugu, als auch in Urdu und Sanskrit. In häufig wechselnden Bündnissen mit anderen Dekkan-Sultanaten sowie dem südlich angrenzenden Hindu-Reich Vijayanagar führten sie mehrere Kriege gegen Bijapur und Ahmadnagar.
Wie für alle indischen Reiche war für das Qutb-Schāhī-Sultanat die Grundsteuer die wichtigste Einnahmequelle. Die Steuereintreiber mussten auf Auktionen das Recht ersteigern, in bestimmten Gebieten überhaupt Steuern eintreiben zu dürfen. Um die hohen Gebotszahlungen auszugleichen zu können, wurden den Bauern enorm hohe Abgaben auferlegt. Die Landbevölkerung lebte daher in vergleichsweise größerer Armut als etwa die Bauern im Mogulreich.

Quli Qutb Shahi (reg. 1496–1543), Begründer des Qutb-Schāhī-Dynastie, war ein Abenteuer aus dem turkmenischen Clan der Qara Qoyunlu und wurde 1496 von Mahmūd Gawān zum Gouverneur von Telangana, der Ostprovinz des Bahmani-Sultanats, ernannt. 1512 spaltete er seine Provinz vom zerfallenden Bahmanidenreich ab und ernannte sich selbst zum Sultan.
Unter Ibrāhīm Qutb Schāh (reg. 1550–1580), der das Sultanat stabilisierte, kam es zu einer Einwanderung von sunnitischen Sufis nach Golkonda. 1564 war Ibrāhīm unter den vier Sultanen, die sich gegen Vijayanagar verbündeten. Ein Jahr später nahm es an der Schlacht von Talikota teil, in der das Hindureich Vijayanagar vernichtend geschlagen wurde. Ab 1575 expandierte das Reich in die nordöstlich des Godavari gelegenen Gebiete, ab 1578 drang es auf Kosten Vijayanagars über den Krishna nach Süden vor.
Muhammad Quli (reg. 1580–1612) verließ die überbevölkerte Festung von Golkonda und gründete 1589 östlich davon am rechten Ufer des Flusses Musi seine neue Hauptstadt Hyderabad. Die Wahl fiel auch deswegen auf diesen Ort, weil sich dort das Grab (mazār) von Schāh Tscharāgh (st. 1543) befand, eines verehrten schiitischen Sufi-Heiligen, der hier unter Brahmanen gelebt hatte. 1595–1596 ließ Muhammad Quli in Hyderabad ein Krankenhaus (dār-i šifāʾ) mit zwei Etagen und achtzig Zimmern errichten. Zu dem Komplex gehörten auch eine Madrasa, eine Moschee, ein Karawanserei und ein Hammām. Während der Herrschaft von Muhammad Quli ließen sich viele Sufis in Hyderabad nieder, so der aus Baghdad stammende Qādirīya-Sufi Schāh Schiblī, sowie verschiedene Anhänger des schiitischen Niʿmatullāhīya-Ordens. Der Chishtiyya-Sufi Husain Schāh Walī, der schon unter Ibrāhīm eingewandert war, legte zwischen Hyderabad und Secunderabad den künstlichen See Husain Sagar anlegte. Als Muhammad Qulis Premierminister (pešwā) fungierte Muhammad Mu’min aus Astarabad, der bereits vorher am Hof von Schah Tahmasp I. als Prinzenerzieher gedient hatte. Er wirkte an der Planung der neuen Hauptstadt mit und errichtete 1605 in Saydabad, einem Vorort von Hyderabad, eine Moschee mit einem Karawanserail.
Auf militärischer Ebene war Muhammad Quli nicht so erfolgreich. Ein Feldzug gegen das nördliche Nachbarreich Bastar 1610 schlug fehl. Ab dem frühen 17. Jahrhundert sah sich das Qutb-Schāhī-Sultanat zudem einer wachsenden Bedrohung durch das auf den Dekkan expandierende nordindische Mogulreich ausgesetzt, doch konnte es sich gemeinsam mit Bijapur und Ahmadnagar noch zwischen 1615 und 1621 gegen die Moguln behaupten.
Auch unter der langen Herrschaft von ʿAbdallāh Qutb Schāh (reg. 1626–1672) spielten Gelehrte aus Iran noch eine wichtige Rolle, so zum Beispiel Ibn Chātūn al-Āmulī (st. 1649), ein Neffe des bekannten Gelehrten Bahāʾ al-dīn al-ʿĀmilī. Er stieg unter ʿAbdallāh zum Premierminister auf und förderte die Zwölfer-Schia. Allerdings wurde ʿAbdallāh 1636 nach einer Invasion durch den Moghul-Herrscher Shah Jahan dazu gezwungen sich symbolisch zu unterwerfen und in der Freitagspredigt die zwölf Imame durch die sunnitischen Kalifen und den Moghul-Herrscher zu ersetzen.
Immerhin konnte aber Mīr Dschumla, ein persischer Kaufmann, der unter ʿAbdallāh als General diente, 1646 Chandragiri, die Hauptstadt des stark geschwächten Vijayanagar, für das Qutb-Schāhī-Sultanat erobern. Mīr Dschumla stieg daraufhin zu einer einflussreichen Größe am Hof des schwachen Sultans auf. Als ʿAbdallāh Maßnahmen ergriff, um Mīr Dschumlas Machtzuwachs und persönliche Bereicherung zu beschränken, bot dieser seine Dienste den Moguln an. ʿAbdallāh ließ Mīr Dschumla Sohn einsperren, was Aurangzeb, dem Sohn des Großmoguls Shah Jahan, als Vorwand diente, im Januar 1656 zu einem neuerlichen Feldzug gegen die Qutb-Schāhīs aufzubrechen. Hyderabad wurde eingenommen und geplündert. Die darauffolgende Belagerung der Festung Golkonda wurde jedoch vorzeitig abgebrochen, da ʿAbdallāh gegen eine hohe Summe einen Frieden erwirkte.
Während der Herrschaft von ʿAbdallāh Qutb Schāh wanderte einer der exzentrischsten Mystiker aus Delhi nach Hyderabad ein, Barahna Schāh, der „nackte König“, der so hieß, weil er üblicherweise nackt durch die Straßen ging. Er hatte eine große Anhängerschaft unter den iranischen Händlern von Hyderabad. Parast Chān, ein Wesir des Hofes, errichtete ihm ein Mausoleum. Eine weitere bedeutende Persönlichkeit seiner Herrschaftszeit war Nizām ad-Dīn Ahmad Gīlānī (1585–1653) ein persischer Anhänger der Illuminationsphilosophie, der zunächst im Dienst des Mogul-Höflings Mahābat Chān gestanden hatte. Er kam auf Einladung von ʿAbdallāh nach Golkonda und verfasste für ihn zahlreiche Werke zur Medizin, Logik und zu den Naturwissenschaften.
Die vorübergehend wiederhergestellte volle Selbstständigkeit endete 1677: Golkonda war durch die andauernden Kriege gegen das Mogulreich derart geschwächt, dass es erneut dessen nominelle Oberhoheit anerkennen musste, obwohl es einem eindringenden Heer noch einmal hatte standhalten können. Einer erneuten Invasion wenige Jahre später hatte das Sultanat jedoch nichts mehr entgegenzusetzen. 1685 wurde Hyderabad zum zweiten Mal von Mogultruppen erobert und geplündert. Im September 1687 fiel nach achtmonatiger Belagerung schließlich auch die Feste Golkonda. Sultan Abul Hasan Qutb Shah wurde gefangengenommen und sein Reich dem der Moguln einverleibt.
Auf dem Boden Golkondas entstand 37 Jahre später der ebenfalls islamische Staat Hyderabad.

Justice (französische Band)

Justice (Eigenschreibweise: Jus†ice) ist ein aus den beiden DJs Gaspard Augé und Xavier de Rosnay bestehendes französisches Electronica-Duo. Justice hat mit Pedro Winter denselben Manager wie Daft Punk und ist die erfolgreichste Band des Labels Ed Banger Records. Ihr Logo ist ein lateinisches Kreuz (†), welches bei Konzerten der Band als große, leuchtende Installation den Raum erhellt.

Justice wurde erstmals 2003 durch ihren für eine Pariser Radiostation erstellten Remix von Simians Song Never Be Alone bekannt. Dadurch wurde das Label Ed Banger Records auf die beiden aufmerksam, schloss einen Vertrag mit ihnen und veröffentlichte den Remix offiziell. Anschließend arbeiteten sie als Remixer für diverse französische Bands sowie für internationale Stars wie zum Beispiel Britney Spears, N.E.R.D, Fatboy Slim und Daft Punk. Mit Waters of Nazareth wurde im September 2005 die erste Single unter eigenem Namen veröffentlicht. Im Laufe des nächsten Jahres wurden noch Remixe für Franz Ferdinand, Mystery Jets, Soulwax und Mr. Oizo erstellt.
Nachdem am 28. Mai 2007 die EP D.A.N.C.E. veröffentlicht wurde, erschien am 11. Juni ihr Debütalbum †. Das Video zu D.A.N.C.E. wurde für den Video of the Year-Award bei den MTV Video Music Awards 2007 als bestes Video nominiert. 2007 wurde das Video zu D.A.N.C.E. bei den European Music Awards in München mit dem Video Star Award ausgezeichnet.
Kontrovers diskutiert und mit Rassismus- und Gewaltverherrlichungsvorwürfen kritisiert wurde in französischen und internationalen Medien der 7-minütige, von Romain Gavras inszenierte Videoclip zum Song Stress, der nächsten Singleauskopplung aus dem Debütalbum. Darin geht es um eine Schlägerbande aus schwarzen, maghrebinischen und weißen Jugendlichen, die brutal randalierend im Stil von Uhrwerk Orange durch eine Pariser Trabantenstadt und Montmartre zieht.
Im April 2011 wurde die erste Single Civilization aus dem folgenden, später erscheinenden Album veröffentlicht. Bereits zuvor wurde dieser Track in einer Markenkampagne von Adidas verwendet. Das Album Audio, Video, Disco erschien im Oktober 2011.

1,4-Naphthochinon

bräunlichgrüner Feststoff mit charakteristischem Geruch
fest
1,42 g·cm−3
128,5 °C
0,026 mbar (50 °C)
Gefahr
190 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)
1,4-Naphthochinon ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Ketone. Sie ist eine der isomeren Naphthochinone, zu denen z. B. auch 1,2-Naphthochinon und 2,6-Naphthochinon gehören.

1,4-Naphthochinon bzw. sein Derivat Menadion (2-Methyl-1,4-naphthochinon) bildet die Grundstruktur der verschiedenen Vitamin-K-Verbindungen.
1,4-Naphthochinon kann durch katalytische Gasphasen-Oxidation von Naphthalin gewonnen werden. Auch die Darstellung durch Oxidation von 1,4-Aminonaphthol, 1,4-Diaminonaphthalin oder 1-Naphthylamin-4-sulfonsäure ist möglich.
1,4-Naphthochinon ist ein licht- und luftempfindlicher, bräunlichgrüner Feststoff mit charakteristischem Geruch. Er beginnt bei Temperaturen kleiner als 100 °C zu sublimieren und zersetzt sich bei höheren Temperaturen, wobei Kohlenmonoxid und Kohlendioxid entstehen.
1,4-Naphthochinon wird als Härter für photochemisch vernetzbare Polyester und zur Herstellung von Polyesterharzen, Fungiziden, Algenbekämpfungsmitteln und Antioxidantien verwendet. Es dient als Zwischenprodukt für die Herstellung von Anthrachinon, Anthrachinon-Derivaten und Küpenfarbstoffen, als Polymerisationsregler bei der Herstellung von Synthesekautschuk und Polyacrylaten und als Korrosionsinhibitor.

Pascal Martinot-Lagarde

Pascal Martinot-Lagarde beim DecaNation 2014
Pascal Martinot-Lagarde (* 22. September 1991 in Saint-Maur-des-Fossés) ist ein französischer Leichtathlet, der sich auf den Hürdenlauf spezialisiert hat. Mit einer Zeit von 12,95 Sekunden hält er den französischen Rekord im 110-Meter-Hürdenlauf. Sein älterer Bruder Thomas ist ebenfalls ein erfolgreicher Hürdenläufer.
2009 wurde Martinot-Lagarde französischer Juniorenmeister im 60-Meter-Hürdenlauf und Vizejuniorenmeister über 110 Meter Hürden. Bei den Junioreneuropameisterschaften in Novi Sad belegte er im 110-Meter-Hürdenlauf den vierten Rang. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2010 im kanadischen Moncton sicherte er sich in 13,52 Sekunden den Titel. In der Saison 2011 erzielte er verletzungsbedingt keine nennenswerten Resultate.
Das Jahr 2012 begann für Martinot-Lagarde vielversprechend. Er wurde französischer Hallenmeister über 60 Meter Hürden und gewann bei den Hallenweltmeisterschaften in Istanbul die Bronzemedaille hinter dem US-Amerikaner Aries Merritt und dem Chinesen Liu Xiang. Im Mai warf ihn jedoch eine Oberschenkelverletzung zurück, so dass er die Qualifikation für die Europameisterschaften in Helsinki wie auch für die Olympischen Spiele in London verpasste.
2013 verteidigte Martinot-Lagarde seinen nationalen Meistertitel im 60-Meter-Hürdenlauf erfolgreich. Bei den Halleneuropameisterschaften in Göteborg wurde er Dritter hinter dem Russen Sergei Schubenkow und dem Italiener Paolo Dal Molin. Mit einer persönlichen Bestleistung von 13,41 Sekunden über 110 Meter Hürden in die Saison gestartet, steigerte er sich bis auf 13,12 Sekunden, gelaufen Anfang Juli beim Meeting Areva in Paris. Bei den Weltmeisterschaften in Moskau schied er allerdings mit 13,63 Sekunden bereits im Vorlauf aus.
Auch die Saison 2014 begann für Martinot-Lagarde wieder mit starken Leistungen in der Halle. Im 60-Meter-Hürdenlauf verbesserte er sich auf 7,45 Sekunden, wurde erneut französischer Meister und gewann bei den Hallenweltmeisterschaften in Sopot die Silbermedaille hinter dem US-Amerikaner Omo Osaghae. Im Freien zeigte er sich gegenüber den Vorjahren stark verbessert. Über 110 Meter Hürden siegte er unter anderem beim Prefontaine Classic in Eugene, bei den Bislett Games in Oslo und bei der Athletissima in Lausanne. Außerdem wurde er in dieser Disziplin erstmals französischer Meister. Bei seinem Sieg beim Herculis in Monaco erzielte er eine Zeit von 12,95 Sekunden und unterbot damit den französischen Rekord von Ladji Doucouré um zwei Hundertstelsekunden. In der Folge reiste er als Favorit zu den Europameisterschaften in Zürich an, blieb dort jedoch mit dem dritten Platz in 13,29 Sekunden hinter den Erwartungen zurück. Ursprünglich war er nur Vierter geworden, rückte aber nach der Disqualifikation seines Landsmanns Dimitri Bascou auf den Bronzerang vor.

Schlafhygiene

Schlafhygiene (Hygiene von griechisch υγιεινή [τέχνη], hygieiné [téchne], „der Gesundheit zuträgliche Kunst“) ist die Nutzung bestimmter Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen, um einen gesunden, erholsamen Schlaf zu ermöglichen oder zu fördern und Schlafstörungen zu vermeiden oder zu beheben.

Verschiedene psychische und körperliche Belastungen können den Schlaf aus dem Gleichgewicht bringen. Dazu zählen auch äußere Einflüsse wie Licht, Lärm, Raumtemperatur, beengende Schlafkleidung, eine ungeeignete Matratze oder ein schlechtes Bett. Daneben können falsche Ernährung sowie Alkohol-, Nikotin- und Koffeingenuss Schlafstörungen auslösen oder bestehende Probleme verstärken. Besonders Schichtarbeiter oder Personen mit sehr unregelmäßiger Arbeitszeit entwickeln Schlafstörungen, wobei dies oft erst nach häufigen Umstellungen des Schlaf-Wach-Rhythmus über längere Zeit der Fall ist.
Bei der Suche nach den Ursachen von Schlafproblemen und geeigneten Gegenmaßnahmen ist zu beachten, dass Menschen sich darin unterscheiden, wie anfällig sie gegenüber den o. a. Störungen sind und wie viel Schlaf sie überhaupt benötigen. Man hat genug geschlafen, wenn man ausgeruht und leistungsfähig aufwacht. Auch der Versuch, länger zu schlafen als eigentlich notwendig (zum Beispiel aufgrund der Überzeugung, acht Stunden seien ein zwingendes Mindestmaß), kann auf Dauer Schlafstörungen auslösen, die sich in häufigem Erwachen oder schlechter Schlafqualität äußern. Kinder, die regelmäßig schlafen geschickt werden, obwohl sie noch nicht müde sind, gewöhnen sich an schlaffremde Aktivitäten und können später eine Tendenz zu Schlafstörungen entwickeln.
Schlafhygienische Maßnahmen sind beispielsweise die Gestaltung der Schlafumgebung, das Einüben von Schlafritualen oder Entspannungstechniken. Auch jeden Tag (auch am Wochenende) regelmäßige Aufsteh- und Ins-Bettgeh-Zeiten (max. Abweichung 30 Min) einzuhalten gehört zu den Maßnahmen: Regelmäßigkeit (nicht nur in Bezug auf die Schlafzeiten, sondern auch z. B. Essenszeiten) stellt eine notwendige Voraussetzung dafür dar, dass sich die verschiedenen biologischen Rhythmen des Körpers aufeinander abstimmen können. Die Einhaltung einer regelmäßigen Aufstehzeit ist dabei am wichtigsten, denn die Aufstehzeit ist für unsere biologischen Rhythmen der Ankerpunkt. Zudem sollten die Bettzeiten bei Schlafstörungen auf das notwendige Maß reduziert werden.
In Schlaflaboren kann ermittelt werden, ob Schlafstörungen eine medizinische Ursache haben. Die meisten Krankenkassen bieten Broschüren zur Schlafhygiene an.

Franz Wolfgang Koebner

Franz Wolfgang Koebner (Pseudonyme: Franz Wolf, Peter Harris; * 18. April 1887 in Berlin; † 1978) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er war Chefredakteur der Zeitschriften Elegante Welt und Das Magazin sowie Herausgeber von Die Cigarette.

Franz Wolfgang Koebner entstammte einer großbürgerlichen jüdischen Familie. Sein Vater war Siegfried Ernst Koebner, der Chefredakteur der Berliner National-Zeitung, seine Mutter Schauspielerin. Franz Wolfgang Koebner pflegte von Jugend an einen eleganten Lebensstil und studierte Zeitungswissenschaft an der Universität Berlin. 1912 gehörte er zu den Mitbegründern der Frauen- und Modezeitschrift Die elegante Welt, die sich zu einem großen Verkaufserfolg entwickelte. 1913 heiratete Koebner die ungarische Sängerin Julia Nemeth. Im gleichen Jahr veröffentlichte der begeisterte Tänzer Koebner das „Tanz-Brevier“ sowie das ironische Benimm-Buch Der Gentleman.
Ab 1918 widmete sich Koebner eine Zeitlang dem Spielfilm; er verfasste Drehbücher und führte bei einigen Filmen auch Regie. Er veröffentlichte weitere Bücher zum Thema Tanz sowie mehrere Romane. 1924 gründete er mit Robert Siodmak die monatlich erscheinende Unterhaltungszeitschrift Das Magazin, deren Chefredaktion er übernahm; gleichzeitig leitete er weiterhin die Elegante Welt. Das Magazin war ebenfalls ein großer Erfolg und brachte es im Jahre 1929 auf eine Auflage von über 200.000 Exemplaren.
1931 heiratete Koebner zum zweiten Mal. Mit Beginn des Dritten Reichs erhielt er Schreibverbot und wich als Mitarbeiter an das Berliner Varietétheater Scala aus. Über Koebners Leben zwischen 1933 und 1945 liegen wenig gesicherte Informationen vor, so dass sowohl Berichte über einen angeblichen Aufenthalt in Spanien ab 1938 als auch ein Verbleiben Koebners im Deutschen Reich spekulativen Charakter haben.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte Franz Wolfgang Koebner anfangs mit seiner Familie in Schwäbisch Hall. Er organisierte Modenschauen und Revuen und leitete ab 1948 die bis 1951 erscheinende Zeitschrift Filmpost-Magazin. Koebner ließ sich in Düsseldorf nieder; 1949 erfolgte sein Versuch, die alten Erfolgstitel Elegante Welt und Das Magazin wiederaufleben zu lassen. Während Das Magazin rasch scheiterte, hatte er mit der Eleganten Welt Erfolg; die Zeitschrift erschien bis zu ihrer Vereinigung mit dem Titel Madame im Jahre 1970. 1950 war Koebner an der Gründung des ersten deutschen Herrenmagazins Er beteiligt, dessen Chefredaktion er ab 1957 übernahm.
Koebner wurde 1978, weitgehend erblindet, Opfer eines Verkehrsunfalls.